Sicherheit beim SkatenSkater- Fünfmal so schnell wie ein FußgängerDie Sonne scheint und der Wind weht spätsommerlich mild. Welches Kind saust da nicht gern mit seinen Inline-Skates über den Asphalt? Aber Vorsicht: Inline-Skater erreichen leicht eine Geschwindigkeit von bis zu 25 km/h! Das ist die Geschwindigkeit eines Radfahrers oder anders ausgedrückt fünfmal so schnell wie ein Fußgänger. Durch die hohe Geschwindigkeiten und das nicht ganz einfache Bremstechnik kommt es zu Unfällen einerseits durch Selbstunfälle, wenn die Kinder irgendwo dagegen fahren oder hinfallen. Andererseits gibt es auch viele Unfälle mit anderen Verkehrsteilnehmern – schwere Unfälle passieren meist auf der Fahrbahn. Genau wie beim Radfahren ist auch beim Skaten der Kopf besonders gefährdet. Hohes Verletzungsrisiko für Kinder kann minimiert werdenLaut Schülerunfallstatistik der gesetzlichen Schüler-Unfallversicherung wurden im Jahr 2000 rund 600 Schulweg-Unfälle mit Kindern auf Inline-Skates registriert.
Wie schwer ein Unfall sein kann hängt von der Geschwindigkeit ab. Denn mit zunehmender Geschwindigkeit erhöht sich die Energie bei einem Aufprall und damit das Verletzungsrisiko und die Schwere der Verletzungen mit Inlinern. Inline-Skater erreichen bereits mit wenig Kraftaufwand ein enormes Tempo. Ist ein Kind zum Beispiel mit 20 km/h auf seinen Inline-Skates unterwegs und fährt gegen einen Laternenpfahl, so ist dieser Aufprall 20 mal schlimmer als wenn ein Fußgänger gegen den Laternenpfahl läuft . Übung verhindert folgenschwere StürzeInline-Fahren sollte geübt werden. Das Fahren mit Inlinern entspricht nicht dem des Rollschuhfahrens. Da die Räder bei Inline-Skates in einer Reihe angeordnet sind, ist es schwieriger, die Balance zu halten. Daher muss ihr Kind das Vorwärtsfahren, die Kurvenfahrt, das Ausweichen und vor allem das Bremsen und das richtige Fallen üben. Wer nicht übt, riskiert schmerzhafte Stürze und folgenschwere Unfälle. Nähere Informationen zu den jeweiligen Techniken des Inline-Skatens können Sie der Broschüre „Skate&Roll“ der Deutschen Verkehrswacht e.V. entnehmen (im Internet zum kostenfreien Download www.dvw-ev.de). Wo kann mein Kind üben?Zum Üben eignen sich am besten Plätze, Schulhöfe oder Veranstaltungsplätze, da sie vom öffentlichen Verkehrsraum meist getrennt sind und daher wenig oder kein Verkehr zu erwarten ist. Auch Spielstraßen oder leere Parkplätze können sich anbieten. Dabei sollten Sie immer darauf achten, dass ihr Kind ohne Gefahr vor Gefälle, Querrillen, Längsrillen, Schotter, Gulli-Deckel und ähnlichem üben kann.
Verkehrsrechtlich gelten Inline-Skater als FußgängerWenn Ihr Kind sicher fährt, kann es mit seinen Inline-Skates weitere Räume erkunden. Dabei muss jedoch einiges beachtet werden: Inline-Skater zählen nach der Straßenverkehrordnung (§24) zu den Fußgängern. Man darf also Skaten, wo Fußgänger laufen dürfen: Auf Gehwegen und Fußwegen mit angepasster Geschwindigkeit (Schritttempo von 4-7 km/ h) fahren. Auch Verkehrsberuhigte Bereiche/Spielstraßen, Fußgängerzonen darf geskatet werden, wenn dabei andere Verkehrsteilnehmer nicht gefährdet werden. Auch wer schon schneller fahren kann darf nicht auf Radwegen oder Radstreifen oder sogar der Fahrbahn fahren. Machen Sie Ihr Kind auf die Gefahren an Grundstücksausfahrten aufmerksam, denn mit Skates ist man sehr schnell und kann leichter von Autofahrern übersehen werden. Weisen Sie Ihr Kind darauf hin, dass bei haltenden Fahrzeugen unerwartet die Tür geöffnet werden kann oder Fußgänger plötzlich stehen bleiben oder die Richtung ändern können.
Schutzausrüstung besteht aus Schutzhelm, Handgelenkschützer, Ellenbogenschützer, und KnieschützerBeim Inline-Skaten ist die Schutzbekleidung von Anfang an absolute Pflicht, denn selbst Profis stürzen hin und wieder – und Anfänger sowieso. Hinzu kommt, dass Kinder leicht in einen Unfall mit anderen verwickelt werden. Aufgrund von häufigen Verletzungen an Handgelenk, Unterarm- und Ellenbogen sowie Kopfverletzungen gibt es spezielle Schutzkleidung für Inline-Skater, die das Verletzungsrisiko minimieren. Schutzhelm, Handgelenkschützer, Ellenbogenschützer und Knieschützer sind als Grundausstattung eines jeden Inline-Skaters im Fachhandel auch in Kindergrößen erhältlich. (Bildquelle: Deutsche Verkehrswacht e.V. (Hrsg.) (2002): Skate & Roll. Inline-Skaten – aber sicher, S.19/21) |