Sicherheit auf dem Schulweg

Vorbild sein reicht nicht aus

Allein ohne Eltern zur Schule. Welches Kind träumt nicht davon, groß und selbstständig zu sein? Kinder lernen praktisch alles von ihren Eltern, aber auch von anderen Erwachsenen. So lernen sie natürlich auch den Umgang mit Verkehr, bzw. das Verhalten mit Verkehr durch Beobachtung, Nachahmung und eigenständige Wiederholen. Ehrlich gefragt: Verhalten Sie sich immer richtig? Selbst wenn sie sich vorbildlich verhalten, so gibt es weitere Verkehrsteilnehmer, die das nicht tun. Nur Abgucken wie sich die Großen im Straßenverkehr verhalten, reicht nicht aus, um sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen.

Quelle: Landesverkehrswacht Rheinland-Pfalz e.V., Unfallkasse Rheinland-Pfalz, Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Gib acht –Schulanfänger, S. 10

Schulweg - Üben als Hausaufgabe

Der Schulweg ist nach dem Weg zum Kindergarten einer der ersten längeren und zudem regelmäßigen Wege, die ein Kind zu absolvieren hat. Diese Wege sollten Eltern dazu nutzen, ihr Kind an das selbstständige zu Fuß gehen zu gewöhnen. Der Schulweg ist zum Üben besonders geeignet, da hier bereits alle Gefahren- und Konfliktpotentiale anzutreffen sind. Zugleich ist der Schulweg einer der sichersten Wege für Kinder, da er unter behördlicher Beobachtung steht und das massenhafte Auftreten von Kindern zu Schulbeginn und –ende für Beachtung der Kleinen bei den anderen Verkehrsteilnehmern sorgt. Zunächst sollten Eltern ihr Kind auf dem Weg begleiten und es auf die Gefahrensituationen aufmerksam machen. Später sollen Eltern ihr Kind auch in Gruppen mit Begleitung eines Erwachsenen (Tipp: Wechseln Sie sich mit anderen Eltern ab) oder mit Freunden schicken, ehe es den Weg allein gehen kann.

Der Schulweg fördert die Persönlichkeitsentwicklung ihres Kindes

Das Einüben des Schulwegs ist nicht nur eine gute Vorbereitung für das richtige Verhalten ihres Kindes im Straßenverkehr. Zu Fuß zur Schule zu gehen ist auch für die Persönlichkeitsentwicklung ihres Kindes sehr wichtig. Ihr Kind lernt selbstständig zu werden und baut dadurch Selbstvertrauen auf. Es pflegt auf dem Weg soziale Kontakte zu anderen Kindern und kann sich aktiv bewegen (siehe Thema „Bewegung“).

Was ist zu beachten?

  • Wählen Sie nicht den kürzesten, sondern den sichersten Schulweg (breite Gehwege, wenig Fahrbahnquerungen) für ihr Kind. Beachten Sie hierbei gegebenenfalls den Schulwegplan für Grundschulkinder auf den Internetseiten der Stadt Kaiserslautern.

  • Planen Sie genug Zeit ein, damit ihr Kind nicht in Versuchung kommt auf riskante Weise die Straße zu überqueren.

  • Auf dem Gehweg vom Bordstein fern bleiben, damit ihr Kind von vorbeifahrenden Fahrzeugen nicht mitgerissen wird.

  • Straßen nur an gesicherten Stellen (Ampeln, Mittelinseln und Zebrastreifen) queren. Machen Sie ihr Kind darauf aufmerksam, dass bei einer grünen Ampel das Umschauen trotzdem wichtig ist.

  • Meiden Sie unübersichtliche Stellen zum überqueren einer Straße (parkende Autos, Hausvorsprung).

  • Vor dem Überqueren an der Bordsteinkante und Sichtlinie anhalten und mehrfach nach links und rechts schauen. Tipp: Das Wort Bordstein können Sie durch „Haltestein“ ersetzen. Ihrem Kind wird so klar, welche Bedeutung der Bordstein für ihn hat.

  • Trainieren sie mit ihrem Kind die Geschwindigkeit anderer Verkehrsteilnehmer (langsamer Radfahrer, schneller LKW) einzuschätzen.

  • Andere machen Fehler! Ihr Kind muss wissen, dass es passieren kann, dass es von anderen Verkehrsteilnehmern nicht gesehen oder beachtet werden kann.

  • Prägen Sie ihrem Kind ein, dass es nicht einfach Freunden hinterherlaufen soll, sondern auf sich selbst acht geben muss.

  • Lassen Sie ihr Kind den Schulweg erst allein gehen, wenn es sich sicher im Straßenverkehr bewegen kann.

Quelle: Landesverkehrswacht Rheinland-Pfalz e.V., Unfallkasse Rheinland-Pfalz, Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Gib acht –Schulanfänger, S. 7