Bus und Bahnen sind die sichersten Verkehrsmittel, aber nur bei richtigem Verhalten

Klar, sagen Sie, ist Bus fahren sicher. Das stimmt auch. Aber für Kinder stimmt das nur, wenn wir ihnen das richtige Verhalten beim Busfahren beibringen. Nur 7% der Schulwegunfälle passieren im Zusammenhang mit der ÖPNV-Nutzung, aber auch die müssten nicht sein. Besonders gefährlich ist das Überqueren der Straße vom und zum Bus, das Warten an der Haltestelle sowie das Ein- und Aussteigen.

Bus fahren lernen mit Kindern

Damit der Bus auch von Kindern sicher genutzt werden kann, gilt es ein paar Regeln zu beachten - denn Bus fahren will gelernt sein. Gerade Eltern von Schulanfängern, die von Anfang an auf den Schulbus angewiesen sind, sollten richtiges Verhalten mit ihren Kindern besprechen und üben, denn Übung macht den Meister! Das gilt für das Warten an der Haltestelle, den Weg zum Schulbus, das Ein- und Aussteigen und die Fahrt im Bus. Aber auch ältere Kinder sollten immer wieder auf folgende 10 goldene Regeln hingewiesen werden:

Die 10 goldenen Regeln zum sicheren Bus fahren

  • Für den Weg zur Haltestelle sollte genügend Zeit eingeplant werden, um den sichersten Weg (z.B. Ampel, Zebrastreifen, etc.) gehen zu können. Sollte es zeitlich doch einmal knapp werden, ist es besser, den nächsten Bus zu nehmen, als mit dem Krankenwagen abtransportiert zu werden. Sicherheit ist wichtiger als Pünktlichkeit!

  • An der Haltestelle sollte nicht getobt werden. Kinder sind bei abruptem Ausweichen auf die Straße besonders gefährdet.

  • Besondere Vorsicht ist geboten, wenn der Bus an die Haltestelle heranfährt. Dabei schert der Bus mit der vorderen Fahrzeugkante aus und kann leicht ein Kind mitreißen. Aus diesem Grund sollte ein Meter Abstand zum Bordstein eingehalten werden!

  • Beim Einstieg in den Bus ist Rücksicht geboten, denn drängeln, schubsen und stoßen kann Stürze verursachen.

  • Im Bus sollte jeder einen Sitzplatz aufsuchen und sich setzten, damit beim Bremsen niemand nach vorne geschleudert werden kann.

  • Damit genügend Sitzplätze frei sind, sollen Schulranzen nicht auf den Sitzplätzen abgelegt werden. Am besten Ihr stellt sie vor euch auf den Boden.

  • Taschen sollten nicht im Gang liegen bleiben, da andere Fahrgäste sonst darüber stolpern und die Taschen beim Bremsen zu gefährlichen Wurfgeschossen werden.

  • Wenn keine Sitzplätze frei sind, muss man sich festhalten.

  • Vorsicht beim Aussteigen: Nicht mit anderen Fußgängern oder Radfahrern zusammenstoßen!

  • Nach dem Aussteigen sollte die Straße nicht vor dem Bus überquert werden. Kleine Kinder können dabei leicht vom Fahrer übersehen werden. Daher ist es besser zu warten, bis der Bus abgefahren und das Blickfeld frei ist.

In Rheinland-Pfalz gibt es seit 2004 das Projekt „Bus Schule“. Die Kinder werden in einem pädagogischen und in einem Praxisteil sowie einer anschließenden Nachbereitung auf das sichere Fahren mit dem Bus vorbereitet.

An Haltestellen gilt Schritttempo für Autofahrer

Zur besonderen Vorsicht sind Autofahrer aufgerufen, die sich einer Haltestelle nähern. Fußgänger können plötzlich hinter einem Bus hervortreten und die Fahrbahn queren.

Als besonders kritische Haltestellen gelten Haltepunkte im Bereich von Kindergärten, Schulen, Altenheimen, Krankenhäusern, Fußgängerzonen, verkehrsberuhigten Bereichen und Sportanlagen. Aus Sicherheitsgründen gelten daher seit dem 1.8.1995 neue Regelungen für den Autofahrer:

  • Nähert sich der Bus einer Haltestelle mit Warnblinkanlage, darf nicht mehr überholt werden
  • Die Vorbeifahrt an einem haltenden Bus mit Warnblinkanlage ist nur bei Schritttempo (4-7km/h) zugelassen.
  • Der Abstand bei der Vorbeifahrt muss eine Gefährdung der Fahrgäste ausschließen.
  • Der Gegenverkehr muss ebenfalls mit Schrittgeschwindigkeit passieren. Lediglich wenn Mittelstreifen oder Leitplanke die Fahrbahnen trennen, kann die zugelassene Geschwindigkeit beibehalten werden.
  • Beim Einreihen in den fließenden Verkehr hat der Bus immer Vorrang.