Für Eltern...

Sie haben Angst davor, dass Ihr Kind im Straßenverkehr verunglücken kann?

Sie können es ruhig zugeben, rund 55 % aller Eltern fühlen so. Der Großteil von Ihnen fühlt sich besser, wenn das Kind wohlbehalten mit dem Auto zur Schule oder nachmittags zu den Freunden gebracht und wieder abgeholt wird.

Ach, sie machen es auch so? Aber wie soll Ihr Kind denn überhaupt lernen, wie es mit dem Straßenverkehr umgehen muss, um ihm sicher zu begegnen?

Kinder erwerben soziale Fähigkeiten durch das Spielen mit Freunden

Kinder schließen auf ihren Schulwegen Freundschaften mit anderen Kindern und meistern den Schulweg zusammen. Durch das gemeinsame Spielen mit Freunden werden soziale Fähigkeiten entwickelt.

Das – mit Sicherheit aus guter Absicht entstandene – „Elterntaxi“ hat viele Nachteile für die Gesundheit des Kindes: Bewegungsmangel.
Durch die Fülle der „Elterntaxis“ – gerade auch vor Schulen – werden viele Kinder zusätzlich gefährdet und ihre natürlichen Spielräume eingeschränkt!

Kinder brauchen Bewegung für ihre gesunde Entwicklung

Es gilt als wissenschaftlich erwiesen, dass Bewegungsmangel – neben beispielsweise Haltungs- und Lernstörungen – ein Auslöser für Wahrnehmungs- und Koordinationsstörungen ist. Gerade diese Eigenschaften, Wahrnehmung und Koordination, sind jedoch wichtig für das Verhalten und das Reagieren auf der Straße!
Sportwissenschaftler bestätigen, dass Menschen einen angeborenen Bewegungsdrang haben, welchen sie gerade im Kindesalter ausleben wollen, um ihren Körper und ihre damit verbundenen Möglichkeiten kennen zu lernen.
Durch selbstständige Bewegung können Kinder gefördert werden und so Selbstständigkeit erlernen. Dabei geht es nicht darum, aus dem Kind einen Hochleistungssportler zu machen, sondern es seinen Spiel- und Lebensraum erkunden zu lassen.

Das Zusammenspiel von Wahrnehmung und Bewegung muss geübt werden

Reize werden über die menschlichen Sinnesorgane wahrgenommen, anschließend wird einem Reiz ein bestimmtes Verhaltensmuster zugeordnet. Einem schnell herannahenden Auto zum Beispiel weichen wir als Fußgänger aus. Diesem Prozess ging jedoch ein Lernweg voraus.

Die Sinneswahrnehmung und daraus resultierende Reaktionen müssen also aktiv geschult werden. Das geht nur durch einüben in der Realität.
Moderne Computerprogramme können hingegen nur einen kleinen Teil zur Verkehrserziehung beitragen.

Statt Wissen „aus zweiter Hand“ (Computer) zu vermitteln, sollten Sie Ihren Kindern vielmehr die Möglichkeit bieten, die Schul- und Freizeitwege aktiv zu erfassen. Der Sinn einer Sache kommt durch die Sinne.

Ein Beispiel: Ein reales Auto, welches vorüberfährt während Sie mit Ihrem Kind am Straßenrand warten, ist greifbarer als eines, welches auf dem Computerbildschirm oder aus dem Elterntaxi zu sehen ist. Das Gefühl der Gefährdung, welches von ihm ausgeht, werden nicht nur Sie, sondern auch Ihr Kind wahrnehmen.

Wie kann man mehr Sicherheit und Bewegung erreichen?

Seien Sie aktiv in der Verkehrserziehung Ihrer Kinder, „greifbare“ Argumente verstehen Kinder einfacher als Verbote. Formulieren Sie positiv, was das Kind tun soll und erklären Sie ihm kurz wieso.

Sie können die Straßen vor Schulen und Kindergärten entschärfen, indem Sie nicht das „Elterntaxi“ sind. Ihre Kinder und alle anderen werden es Ihnen letztendlich danken.

Auch in Kindergärten, Kindertagesstätten, Kinderhorts und Schulen sollten sich Kinder mehr bewegen. Die KUK schult Erziehungspersonal zum Beispiel in Bezug auf Bewegungsspiele in Kindergärten und Grundschulen.

Kinder brauchen mehr Bewegung!

Setzen Sie sich daher für mehr Spiel- und Bewegungsräume in der Stadt ein!
Die KUK befasst sich z.B. im Themenabschnitt „Planung“ mit der Entschärfung besonders für Kinder gefährlicher (baulicher) Verkehrssituationen.

Ziel hierbei ist es, die eigenständige Bewegung der Kinder im Straßenraum auf sichere Weise zu ermöglichen.

(Bildquelle Deutscher Verkehrssicherheitsrat)