„Schnall mich an!“ Kindersicherung – aber richtig!

Finden Sie es nicht auch lästig, sich immer anzuschnallen? Und das sogar, wenn Sie nur kurz zum Bäcker um die Ecke fahren. Dann sollen Sie noch schauen, dass die Kinder angeschnallt sind und es auch bleiben?

Und die Fülle von verschiedenen Kindersitzen. Für jedes Kind einen anderen? Was das alles kostet! Ach, einer wird schon reichen, bis der Kleine groß ist.

Sind Ihnen diese Gedanken auch schon durch den Kopf gegangen? Wenn ja, dann sollten Sie folgendes bedenken:

Kindersicherung – Warum? Was alles passieren kann:


Quelle: Link zu DVR: Geschnallt-Broschüre

  • Ein Aufprall mit 50 km/h ohne Kindersitz entspricht einem Sturz aus dem 4. Stockwerk eines Hauses.

  • Ohne Kindersitz kann schon ein Aufprall mit 15 km/h für ein Kind tödlich sein

  • Ungesicherte Kinder werden bereits bei einer Geschwindigkeit von etwa 30 km/h wie lebende Geschosse von der Rückbank gegen das Armaturenbrett oder gegen die Windschutzscheibe geschleudert.

  • Bei einem Unfall kann ein nicht gesichertes Kind aus dem Auto geschleudert und schwer verletzt werden.

  • Jährlich sterben mehr Kinder an Unfallfolgen als an Infektionskrankheiten und Krebs zusammen.

Im Stadtgebiet von Kaiserslautern verunglückten im Jahr 2003 insgesamt 54 Kinder im Straßenverkehr, davon alleine 33 als Mitfahrer in Fahrzeugen! Dabei wurden die Kinder zum Teil schwer verletzt. Bei richtig gesicherten Kindern wären die Verletzungen weniger kritisch gewesen.

Bei kleinen Kindern scheint die „Gurt-Moral“ noch hoch zu sein (im Jahr 2004 waren 93% der Kinder bis 5 Jahre innerorts korrekt gesichert). Doch bei den älteren Kindern sinkt die Bereitschaft erschreckend: Nur noch die Hälfte der Kinder über 6 Jahre waren 2004 überhaupt angeschnallt, und zwar mit dem Erwachsenengurt. Das ist äußerst gefährlich, da dieses System nicht auf die Bedürfnisse unserer Kleinen zugeschnitten ist. Bei einem Unfall kann der Körper des Kindes unter dem Beckengurt hindurchrutschen. (Quelle: BASt)

Nicht angeschnallt! Bußgeld, Flensburg und eingeschränkter Versicherungsschutz.

Der Gesetzgeber hat auf ungesichertes Fahren ein Bußgeld von bis zu 50 € und 1 Punkt in Flensburg als Strafe erhoben. Außerdem ist Ihr Versicherungsschutz auch bei einem nichtverschuldeten Unfall eingeschränkt, wenn mitfahrende Kinder nicht ordnungsgemäß gesichert sind.

Welche Kinder müssen einen Kindersitz benutzen?

  • Kinder müssen in einem geeigneten Kindersitz bis zum 12. Lebensjahr gesichert werden und wenn eine Körpergröße von 1,50 Meter noch nicht erreicht ist, auch über dieses Alter hinaus.

  • Broschüre "Geschnallt" (pdf, 511 Kb)
    herausgegeben vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat

Alle Insassen müssen immer richtig angeschnallt sein!

Nähere Informationen:
auf der Seite zur Sicherung von Kindern im Auto http://www.gordan-online.de, Herausgeber: Deutscher Verkehrssicherheitsrat


  • Für alle im Auto gilt: Erst gurten, dann starten. Machen Sie Ihrem Kind vor, wie es richtig geht. Wenn Sie dabei erklären, warum Sie das tun, ist Ihre Vorbildwirkung noch größer.

  • Auch wenn es Zeit kostet: Gurten Sie sich und Ihre mitfahrenden Kinder auch auf kürzesten Strecken immer an. Machen Sie keine Ausnahmen, denn Unfälle können überall passieren.

  • Sichern Sie jedes Kind im Auto und setzen Sie für jedes Kind den passenden Kindersitz ein. Falls Sie über die Kosten nachdenken, vergessen Sie nicht, dass niemand Ihnen das Leben Ihres Kindes ersetzen kann! Vor dem Kauf des Kindersitzes lohnt sich auf jeden Fall ein Produkt- und Preisvergleich in verschiedenen Geschäften und im Internet. (siehe auch „Detaillierte Informationen für den Kauf eines Kindersitzes“)

  • Achten Sie immer darauf, dass Ihr Kind gesichert ist, auch im Auto der Großeltern und von Freunden oder im Taxi.

  • Nehmen Sie bei Fahrgemeinschaften nur so viele Kinder mit, wie in Ihrem Auto mit geeigneten Schutzsystemen gesichert werden können.

  • Lassen Sie Kinder immer auf der Bürgersteigseite ein- und aussteigen. Wenn der Kindersitz hinter dem Beifahrersitz angebracht ist, gewöhnen Sie Ihr Kind bereits daran. Achten Sie auch auf Parkplätzen darauf, dass Ihr Kind beim Aussteigen nicht in Gefahr gerät oder andere Verkehrsteilnehmer gefährdet.

Was muss ich beim Kauf eines Kindersitzes wissen? Welcher Sitz ist richtig für mein Kind?

Bei der Kindersicherung muss unbedingt darauf geachtet werden, dass der Kindersitz in erster Linie dem Gewicht des Kindes entspricht. Die Altersangabe ist nur als Richtwert zu sehen. Ist der Kopf des Kindes auf der Höhe des Schalenrandes oder ragt er bereits heraus, ist es Zeit für einen Wechsel in die nächste Kindersitzgruppe.

ECE-Gruppe Gewicht Alter Sicherungsart
0 bis 10 kg bis ca. 9 Monate Babywanne oder rückwärts gerichtete Babyschale
0+ bis 13 kg bis ca. 18 Monate rückwärts gerichtete Babyschale (Reboard-System)
I 9 - 18 kg bis ca. 4 Jahre Kombi-Sitz: Sitzschale mit Fangkörper
II 15 - 25 kg ca. 3½ bis 7 Jahre Fünfpunktgurtsystem oder Sitzschalen in Verbindung mit Dreipunktgurtsystem
III 22 - 36 kg ab ca. 6 Jahre Sitzerhöhung

Was muss ich bei Babyschalen beachten ?

Bei rückwärts gerichteten Babyschalen muss folgendes unbedingt beachtet werden:

  • Installieren Sie diese niemals in Fahrtrichtung.

  • Wenn Sie Ihr Kind auf dem Beifahrersitz mitnehmen, muss der Beifahrer-Airbag unbedingt ausgeschaltet werden, sonst droht Ihrem Kind Lebensgefahr.

Was muss ich beim Kauf eines Kindersitzes beachten?

  • Lassen Sie sich im Fachhandel beraten.
  • Bauen Sie den Sitz probeweise ein.
  • Nehmen Sie Ihr Kind mit und lassen Sie es Probesitzen.
  • Achten Sie darauf, dass der Kindersitz mit dem ECE-Zeichen versehen ist.

Was muss ich beim Einbau eines Kindersitzes beachten?

  • Montieren Sie den Sitz genau nach Anleitung des Herstellers.
  • Achten Sie darauf, dass der Sitz sicher und fest steht.
  • Die Gurte, die das Kind in der Sitzschale halten, müssen eng am Körper liegen.
  • Die Gurte müssen am Körper des Kindes korrekt laufen und das Gurtschloss muss an der richtigen Stelle sitzen.

siehe auch: Anschnall-Initiative Gordan (Deutscher Verkehrssicherheitsrat)